Lil’Dragon für Kids (6 – 8 Jahre)

Insbesondere Krav Maga mit seinen Wurzeln im militärischen Nahkampf ist eine Form der Selbstverteidigung oder auch Gewaltprävention die einem nicht sofort einfällt wenn man an Grundschulkinder denkt.

Dabei vergisst man gerne, dass Krav Maga & Ryukyu Kempo eine Vielzahl von Techniken und Abwehrmöglichkeiten insbesondere im modernen zivilen Bereich in ihrem Repertoire haben, welches sie mehr als jede andere Kampfsportart (wie zum Beispiel Taekwondo oder Kickboxen) dazu geeignet machen gerade für diese Altersgruppe von sechs Jahren bis neun Jahren auf das Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten.

Die meisten Konflikte mit denen die Kinder konfrontiert sind finden zunächst auf dem Schulhof statt. Es wäre hier mehr als kontraproduktiv den Kindern beizubringen dass es vollkommen selbst verständlich ist anderen Kindern mit der Faust ins Gesicht zu schlagen oder aber mit dem Fuß auf den Oberschenkel zu treten, auf das Knie oder an den Kopf.

In unserem Training Krav Maga & Ryukyu Kempo für Kids legen wir daher ganz besonderen Wert darauf, dass die Kinder im Bereich der Selbstverteidigung hauptsächlich Techniken lernen in denen sie nicht den Angreifer, der meist ein anderes Kind ist zu schlagen. Hier sind Festlegetechniken und Techniken bei denen ein Angriff abgeleitet wird, Fußfeger und andere „harmlose“ Techniken die erheblich bessere Wahl. Hier kann das Kind einfach aber dennoch sehr effektiv dosieren, ob die Verteidigungstechnik einfach überraschend ist oder eben doch ein wenig mehr „Weh“ tut oder sehr schmerzhaft ist. Das kann das angegriffene Kind dann davon abhängig machen inwieweit das angreifende Kind bereit ist sein aggressives Verhalten einzustellen und unserLil’Dragon Kind in Ruhe zu lassen.

Daneben legen wir aber auch gesteigerten Wert darauf, dass die Kinder lernen sich so zu verhalten dass es erst gar nicht zu solchen Situationen kommt. Wie in den meisten Selbstverteidigungssituationen ziviler Personen suchen sich sogenannte „Bullies“ Opfer und keine Täter. Sie wollen ihren Minderwertigkeitskomplex und ihre eigene von zu Hause mitgebrachte Aggression an einem schwächeren auslassen, wollen aber nicht Gefahr laufen in einen gleichwertigen Kampf unter Umständen besiegt zu werden.

Auch hier gilt der ganz wichtige Satz: Der beste Weg kein Opfer zu werden, ist kein Opfer zu sein“.

Daher lernen die Kinder bei uns nicht nur Selbstverteidigungstechniken sondern insbesondere auch Verhaltensweisen die Gewalt erst gar nicht eskalieren lassen, Verhaltensweisen die vermeiden dass sie in den Fokus von Mobbing Tätern geraten und das bedeutet Selbstbewusstsein, psychologische Überlegenheit und Kontrolle ihrer eigenen Emotionen wie Wut, Angst oder das Gefühl von Hilflosigkeit.

Sollte es dann doch einmal zu einer gefährlichen Situation kommen, wie zum Beispiel dass ihr Kind Opfer eines erwachsenen Gewalttäters werden könnte, bringen wir auch hier in Verhaltensweisen bei und auch Techniken die es auch einem sieben bis neunjährigen Kind ermöglichen Heil aus einer solchen Situation herauszukommen.

Das altbekannte Vorurteil, ein Kind hätte keine Chance gegen einen Erwachsenen ist erwiesenermaßen vollkommen falsch und versucht nur die Tatsache zu decken, dass die meisten Erwachsenen obwohl sie kräftiger sind einen trainierten Kampfkünstler in jeder Hinsicht unterlegen sind. Ein kurzer Schlag zum Hals, zum Beispiel Kehlkopf, zwei flache Hände auf die Ohren oder Eintritt an empfindliche Nervenpunkte oder in die Genitalien brauchen wenig Kraft um auch einen großen und starken erwachsenen Mann zu Boden zu bringen. Meist bedarf es nicht einmal das. Ein gezielter Schlag zum Nasenbein, kann auch selbst mit wenig Körperkraft dieses zum brechen bringen. Die Tränen schießen in die Augen, das Blut fließt aus der Nase und der angreifende Mann oder die angreifende Frau ist in kurzer Zeit für mehrere Sekunden vollkommen aus der Fassung und kampfunfähig und ermöglicht somit dem Kind zu flüchten.

Wir trainieren diese Situation immer wieder in dem wir als Trainer Schutzkleidung anziehen und die Kinder versuchen festzuhalten. Die Aufgabe der Kinder besteht dann darin alles was sie gelernt haben und alles was sie können einzusetzen und sich aus dieser Situation zu befreien. Selbst für mich als Trainer ist es oft erstaunlich, wie viel Kraft und Energie ein siebenjähriges Kind aufbringen kann, wenn es nur will und trainiert ist und wie schmerzhaft trotz Schutzausrüstung die Schläge und Tritte sind, so dass, solange das Kind nie aufgibt, immer der Gewinner bleiben wird und schließlich flüchten kann. Beim Training auf eine Konfrontation mit einem Erwachsenen ist dies sowohl für diese Situation also für das Leben die wohl wichtigste Lektion, die wir unseren Kleinen mitgeben können: gib niemals auf und du kannst alles schaffen.