Krav Maga & Kempō Schüler (9-13)

Wie alle Eltern wissen, ist das Alter von 9 Jahren bis 13 Jahren für alle Autoritätspersonen eines der schwierigsten. Bei guter Erziehung sind die folgenden Jahre bis 18 dann meistens noch relativ gut zu handhaben. Fehlt es hier an der Erziehung in den früheren Jahren kann auch die Zeit zwischen 13 und 18, d. h. die Pubertät zu einer echten Herausforderung an die Geduld, Liebe und Verständnis von Eltern, Lehrern oder wie in unserem Falle Trainern werden. Das größte Problem, das hier auftritt ist zunächst die zunehmende, wachsende Scham „anders zu sein“, oder sich anders zu verhalten, als die Mitschüler oder die Jugendlichen aus der eigenen Clique. Wenn man Glück hat, dann begeistert sich die gesamte Clique für den Kampfsport oder die Kampfkunst. In diesem Fall hat man schon die Hälfte des Weges gewonnen. Wenn die Clique aber Kampfsport, Selbstverteidigung oder Kampfkunst als „uncool“ deklariert, gibt es so gut wie keine Chance die Jugendlichen in das Training zu integrieren oder ihnen wesentliche Überlebensstrategien, egal ob in einem körperlichen Konflikt oder im Leben beizubringen. Hier haben auch die Probleme wie Mobbing, ernsthafte Gewalt oder auf die Gefahr von sexuellen Übergriffen durch Erwachsene ihren Höhepunkt.  Das bedeutet das gerade in einer Zeit das Erlernen von Fähigkeiten sich zu verteidigen am wichtigsten wäre. Und mit Fähigkeit meine ich nicht einen 5 Tages Crashkurs, der nur eine unseriösen Lehrer finanziert.  Die Fähigkeit sich effektive und effiziente anzueignen wie im Krav Maga oder Ryukyu Kempō gelehrt wird wären Methoden, die so unglaublich wichtig wären, doch es erfordert Anstrengung und Kontinuität im Training dies zu lernen. Und in unserem oben geschilderten Fall ist es hier meist am schwersten ist die Jugendlichen zum Training zu bewegen. Das liegt auch daran, dass Kampfkunst nur dann Spaß macht, wenn man auch trainiert und regelmäßig in der Woche mindestens zweimal ins Training geht. Ansonsten ist der Frust vorprogrammiert und Frustration tötet jede Freude und Spaß an dem was ich tue, in kurzer Zeit, vollkommen ab.  Jugendlichen Selbstverteidigung wie Krav Maga oder Ryukyu Kempō oder gar Kampfsport wie in unserem Falle MMA (Mixed Martial Arts) beizubringen wird zu einer echten pädagogischen Herausforderung. Die  Probleme der Jugendlichen unterscheidet sich hier nur unwesentlich von den Problemen der Grundschüler oder Schüler. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Mobbing in der Regel erheblich grausamer ist, Gewalttaten erheblich brutaler und auch interkulturelle Konflikte hier ihren Höhepunkt finden. Für all diese Situationen muss ein gutes Training der Selbstverteidigung, Gewaltprävention oder Gewalt Deeskalation einen Jugendlichen in besonderer Weise vorbereiten. Eine weitere große Herausforderung in diesem Alter ist aber auch die Tatsache dass sich insbesondere die männlichen Jugendlichen ständig aneinander messen wollen. Jede Übung und sei sie auch noch so einfach wird zu einem Wettstreit.  Den Jugendlichen hier beizubringen dass eine Übung dazu dient miteinander Techniken zu erarbeiten und das beim Sparring Zeit genug ist seine Fähigkeiten gegeneinander zu testen,  bedarf viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Während Kampfsportarten,  insbesondere das Kickboxen, Boxen oder Judo zwar diesen Drang sich zu messen viel mehr bedienen als ein realistisches Training der Selbstverteidigung mit Krav Maga & Ryukyu Kempo, fehlt es den oben genannten Kampfsportarten, zu denen man auch Taekwondo zählen kann an der nötigen Erziehung von Disziplin, Respekt und Kontrolle der eigenen Emotionen. Bei uns lernen die Jugendlichen auf der einen Seite das Training der Selbstverteidigung d. h. das Training von Krav Maga & Ryukyu Kempo weder ein Spielen noch ein Sport sind, sondern ernsthafte Techniken lehren, bei denen ich kontrolliert vorgehen muss, damit keine Verletzungen geschehen, d.h. sie lernen Verantwortung und Kontrolle über die aufschwellenden Emotionen. Auf der anderen Seite geben wir den Jugendlichen auch die Möglichkeit sich insbesondere bei Übungskämpfen (Sparring) in der Sportart MMA ihrem natürlichen Drang sich miteinander zu messen, nachzugehen.  Um es kurz zu fassen neben all den Sachen, die bereits der kleine Kinder gesagt worden ist, die Grundsätze, der beste Weg kein Opfer zu werden, ist keine Opfer zu sein wird auch hier die Jugendlichen beigebracht.

Gib niemals auf, dann kannst Du alles schaffen.