Krav Maga & Ryukyu Kempō für Frauen

Es herrscht der unfundierte Glauben, dass es eine Selbstverteidigung für Frauen gibt und eine Selbstverteidigung für Männer. Tatsache ist aber, dass ein kleiner schwacher Mann die gleichen Probleme haben würde gegen einen starken schweren Mann sich zu verteidigen oder ein kleiner schwacher Mann erhebliche Schwierigkeiten haben würde sich gegen eine gut durchtrainierte großen Frau zur Wehr zu setzen wie eine durchschnittliche oder gar untrainierte Frau gegen einen starken Mann. Ein anderer Fehlglaube liegt darin, dass sich Frauen potentielle Gewalttäter immer als große starke Männer vorstellen. Es ist aber statistisch erwiesen, dass es in der Regel gerade die unscheinbaren, schwächeren Männer sind, die zur Gewalt gegenüber Frauen neigen, dass sie selbst ein Problem mit ihrem eigenen Selbstwert haben und Menschen ein kein Problem mit ihrem Selbstwert haben neigen leider dazu diesem Frust immer an schwächeren auszulassen. Dies nennt sich das Fahrradfahrerprinzip. Dazu kommt noch das gerade derzeit in Zeiten verstärkte Immigration und dem Vorhandensein von vielen Flüchtlingen, die aus einem anderen Kulturkreis stammen, in denen Frauen in ihrem gesellschaftlichen Wert sehr sehr weit unten sind, plötzlich auf junge erwachsene Männer stoßen, die es nicht gewohnt sind galant, höflich und respektvoll mit Frauen umzugehen. Wenn eine Frau hier nicht den gesellschaftlichen Regeln des Landes aus dem diese Menschen herausgerissen worden sind entsprechen, werden sie so behandelt, wie sie behandelt werden würden wären sie in dem Land, aus dem sie junge Männer stammen. Dies führt zu Problemen, die nicht einfach zu beseitigen sind. Dieses Problem haben aber nicht nur Frauen, sondern ebenso Männer. So ist es statistisch erwiesen, dass Konflikte zwischen unterschiedlichen Kulturen auch zwischen Männern oftmals darauf beruhen, dass verschiedene Kultur unterschiedliche Streitkultur mit sich bringen d. h. unterschiedliche Weisen wie mit Rangordnung Problemen umgegangen wird. Dazu kommt noch, dass hier die Sprachbarriere eine erhebliche Rolle spielt. Würden beide gleich gut dieselbe Sprache sprechen könnten viele Konflikte vermieden werden indem man auf gleicher Ebene darüber kommuniziert. Da dies aber oftmals nicht möglich ist da es selten vorkommt dass beide Kontrahenten gleich gut dieselbe Sprache sprechen, kommt es sehr schnell zu körperlichen Konflikten. Dieses Problem haben aber sowohl Frauen als auch Männer in gleicher Weise. Eines der wesentlichsten Punkte im Training von in der Regel körperlich unterlegenen „opfern“ ist ihnen beizubringen, dass die Tatsache, dass sie ein Opfer sind, nur in ihrem Kopf entsteht, der beste Weg kein Oper zu werden ist kein Opfer zu sein. Es gibt zwei interessante Studien über sexuelle Gewalttaten gegenüber Frauen, die erste erste zeigt das 80% aller Opfer sexueller Gewalt mehr als einmal Opfer werden, d.h. zum Opfer zu werden ist bereits im Verhalten dieser Frauen angelegt, das gilt es weg zu trainieren. Die zweite interessante Studie ist eine Untersuchung bei Sexualstraftätern. Hier hat man die Täter befragt, wie sie sich Ihre Opfer aussuchen und es hat sich oberer Satz bewahrheitet, Opfer wird immer der, der sich nicht wehrt. Wir haben in unserer Kampfkunstschule ein T-Shirt das ich gerne verkaufe, mit dem Satz: Never back down. (gib niemals auf) Menschen, die nie aufhören sich zu wehren, von denen lassen Täter schnell ab, ein Täter sucht keinen Kampf sondern ein Opfer. Das passt auch schön zu dem Satz des berühmten Boxers Mohamment Ali: Nicht denjenigen macht einen guten Kämpfer der am stärksten zuschlagen kann, sondern denjenigen, der zu Boden geht aber immer wieder aufsteht.  Natürlich stellen wir für Frauen die Problematik der unterschiedlichen Kulturen und auch die Problematik das sich ein Täter immer ein Opfer sucht und niemals einen potentiellen „Täter“ in unserem Training in den Vordergrund. Gleichzeitig führt das Training der Selbstverteidigung und des Kämpfens dazu, dass jede Frau automatisch nach kurzer Zeit mit einem vollkommen anderen Selbstbewusstsein auftritt und von der Opferrolle in die potentielle Täter Rolle schlüpft und damit von keinem Interesse mehr für die meisten Straftäter. Von den Techniken die im Kampf oder in der Selbstverteidigung gelernt werden unterscheiden sich Techniken für Frauen und Techniken für Männer in keiner Weise. Möglicherweise liegen leicht unterschiedliche Schwerpunkte zwischen Mann und Frau an dieser Stelle vor. So ist es Frauen oftmals wichtiger aus Situationen herauszukommen in denen sie festgehalten werden, weggezogen werden oder mit runden Schlägen attackiert werden. Bei Männern wiederum ist es oft wichtiger dass sie sich von vornherein gegen massive frontale Angriffe mit der Faust zur Wehr setzen können. Aber sowohl Männer können in die Gefahr geraten festgehalten zu werden  um gegebenenfalls von einem weiteren Täter attackiert zu werden als auch kann es genauso gut vorkommen, dass Frauen in die Situation geraten, wo sie direkten frontalen Angriffen wie Schlägen und Tritten ausgesetzt sind gegen die sie sich verteidigen müssen. Ganz wichtig bei der Selbstverteidigung für Frauen ist es aber, dass sie die Möglichkeit haben alle Techniken diese trainieren immer auch mit einem stärkeren und schwereren Partner und insbesondere gegengeschlechtlichen Partner, d. h. Mann  üben zu können. Das Training von Frauen mit Frauen ist zwar beliebt aber realitätsfern. So bieten wir sehr ungern die klassischen „Selbstbeteiligungskurse“ für Frauen an. Ich halte es für erheblich sinnvoller und vor allem erfolgsversprechender, wenn Frauen zwar mit Frauen trainieren, aber nachdem die ersten Bewegungen gelernt worden sind ist es essenziell, dass Frauen von vornherein lernen diese Techniken auch bei einem Mann anwenden zu können. Das schöne an unseren Training ist, dass Rücksichtnahme, Respekt und Ehre wesentliche Bestandteile unseres Trainings sind. Dabei spielt es keine Rolle ob Frau nun Krav Maga erlernt oder aber das traditionelle Ryukyu Kempō. Wenn eine Frau mit einem Mann trainiert kann sie sich immer darauf verlassen, dass dieser entsprechend seiner Körperkraft und Stärke auf die Statur der vor ihm stehenden Frau Rücksicht nimmt und dass das Training immer Spaß macht. Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen sehr gern und sogar lieber mit Männern trainieren, weil sie dann das Gefühl haben ernsthafter und effektiver zu trainieren Das beim Training Fitness und entsprechend auch die Formung des Körpers ein Nebeneffekt darstellt kommt sowohl jedem Mann als auch jeder Frau stark zugute. Warum in ein Bauch Beine Po Training laufen, wenn man auch in ein Selbstverteilungstraining gehen kann das mindestens den gleichen körperlichen Fitnesseffekt hat und gleichzeitig noch das Selbstbewusstsein, die Fähigkeit sich zu verteidigen und auch sonst noch wichtige Techniken der Taktik in Konfliktsituationen trainiert. Frauentraining bei Goshinkan bedeutet immer Gleichberechtigung. Bedeutet immer das Frauen lernen das dieselben Rechte und Fähigkeiten haben wie jeder Mann. Dass sie ebenso wenig ein Opfer sind, wie jeder Mann und dass sie jederzeit in der Lage sind egal mit welchem Gegner zurecht zu kommen. Ich finde es schade wie wenig Frauen zur Kampfkunst finden und wie noch weniger Frauen irgendwann zum Kampfsport finden. In Zeiten, in denen Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit sein sollte, sollte jede Frau auch lernen zu kämpfen und sich zu verteidigen, Jungs lernen das meist in der Kindheit, Mädchen immer noch viel zu selten. Wir sehen uns im Training und Selbstbewusstsein, Freiheit, Fitness und eine gute Figur sind immer auch Bestandteil einer jeden Trainingseinheit.