Ryukyu Kempō Goshinryu

Ryukyu Kempō Ist der traditionelle Name in Okinawa für das spätere „Karate“.

Während Karate nachdem es von Okinawa nach Japan kam dort zu einem Sport wurde, war Karate ursprünglich unter seinem ursprünglichen Namen Ryukyu Kempō eines der effektivsten Selbstverteidigungssysteme welches der asiatische Raum hervorgebracht hat.

Dies liegt insbesondere darin, dass Okinawa bis zum 17. Jahrhundert kulturell eigenständig war und mit einer Vielzahl anderer asiatischer Länder kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Austausch hatte. Dies führte dazu, dass aus dem gesamten asiatischen Bereich die dort trainierten Kampfkünste, wie zum Beispiel Kung-Fu oder Muay Thai, Arnis oder Pankrat Silat einen erheblichen Einfluss hatten. Okinawa war der Schmelztiegel, in dem alle Kampfkünste zusammenflossen mit dem Ergebnis, dass Ryukyu Kempō sich die effektivsten und besten Techniken und insbesondere die Techniken herausgesucht hatte, welche auch für einen einfachen Bauern zu erlernen waren.

Zwar gab es auf Okinawa natürlich auch ein Militär und auch einen Adel, der, wie auch in China die Kunst des Kampfes zu weit komplexeren Höhen  trieb, mindestens jedoch blieb der Charakter der originalen Kampfkunst aus Okinawa jedermann zugänglich, der bereit war 4-5 Stunden täglich in sein Training zu investieren.

Insofern ist das, was wir heute in den modernen Selbstverteidigungssystemen erlernen die vereinfachte Form dessen, was vor 1000 Jahren bereits in Okinawa erfolgreich zur Selbstverteidigung und auch als Kampfkunst im Krieg angewendet worden war.

Entsprechend beginnt man bei uns das Training zunächst mit den einfachen Techniken des Ryukyu Kempō, das später in Japan zum Ju Jutsu wurde. Und aus Ju Jutsu wurden schließlich noch einmal die am einfachst zu erlernenden Techniken, die aber dennoch extrem effektiv waren herausgenommen und es wurde das israelische Krav Maga daraus. Wenn wir also unser Training zunächst mit Krav Maga beginnen, dann üben wir einfache Techniken aus dem Ryukyu Kempō, und hier aber diejenigen die sich am effektivsten für eine gute Selbstverteidigung herausgestellt haben.

Wem dann die Techniken und die Tiefe und Vielfalt der Möglichkeiten im Kampf hier nicht ausreicht, schließlich ist Krav Maga  in der Essenz dazu gedacht innerhalb von drei Monaten einem israelischen Soldaten ein effektives System von Nahkampftechniken beizubringen, aber nicht dazu gedacht eine Kampfkunst zu sein, die erst nach jahrzehntelangem Training wirkliche Meisterschaft ermöglicht, der hat dann die Möglichkeit tiefer in das Ryukyu Kempō einzutauchen und auch einmal die sportliche Variante dieser Kampfkunst, das MMA intensiver zu trainieren.

Wer mit der Kampfkunst bei uns anfängt wird den Unterschied ob er nun Krav Maga erlernt oder aber Ryukyu Kempō oder sogar die Kunst des Kyusho Jitsu  nicht feststellen können. Die Basistechniken aller Kampfsysteme, die der Selbstverteidigung dienen sollen, sind immer identisch.

In Okinawa gibt es so ca.. 200 verschiedene Stile. Die wenigsten Stile würden sich einen eigenen Namen geben, in Okinawa trainiert man einfach Ryukyu Kempō bzw. seit der Japanisierung der Insel eben „traditionelles Karate“. So ist es nicht verwunderlich, dass die Differenzierung in Stile wie Shotokan, Wade Ryu, Uechi Ryu, Goju Ryu etc. nur in Japan und da von dort aus Karate in die Welt exportiert wurde in Europa und Amerika populär ist.

Der von uns trainierte Stil lehnt sich an einen alten Stil aus der Linie von Matsumura Sokon an und Meister Itosu Anko, beides Lehrer des berühmten Gichin Funakoshi. Er schrieb einst, wenn er seinem „Karate Stil“ einen Namen geben müsste, was er ablehnte, dann wäre es Ryukyu Kempō Goshinryu = Chinesischer Faustkampf aus Okinawa zum Körperschutz (Selbstverteidigung).